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Es war geradezu erfrischend offen. Auch wenn's manch einer derb empfindet. Ausserdem zeigen wir, sofern wir offen sprechen, auch etwas von unserer Prägung. Ich meine...wo wären wir wenn Sprachtabus uns beherrschten - wir wüsssten nicht einmal vom Phänomen des Vorurteils, nicht wahr? Doch für Toleranz (das heißt ertragen) braucht es Resilienz, und mit Tabus gäbe es keine. Irre irgendwie, bedenkt man die jüngsten Generationen derer Teil auch ich grade noch bin, haben diese doch unerreichbare Ansprüche für Toleranz und Akzeptanz, besitzen aber gleichzeitig kaum noch Resilienzen.
Filme wie Oh la la sind trotz oder gerade wegen der geteilten Meinungen ein Juwel. Und wie würde man sich überhaupt kennenlernen, wenn uns Sprachtabus bestimmten. Man weiß doch gern mit wem oder womit man es zu tun hat.
Und bis auf die zwei sehr kurzen Szenen in denen es MAL WIEDER um den eigentlich sexistisch-spaltenden Feminismus ging, gab es endlich mal wieder was herzhaftes zu lachen. Doch leider zeigt der Film dadurch auch, wie wenig es heutzutage wegen all der idiotischen Ideologien und Agendas überhaupt noch zu lachen gibt.

Also genießt den Film, insbesondere wenn ihr Claviers Filme der letzten 2 Dekaden ganz ok bis super fandet. Er reicht zwar nicht an Monsieur Claude heran, aber bei all dem stupiden und stumpfsinnigen Video-Wall Filmen aus Hollywood, wo kaum noch irgendwas echtes am Set ist, ist dieser Film immernoch eine regelrechte Offenbarung.

Von mir 3,5-4 von 5 Sternen.

Zum Vergleich: seit bestimmt 2018 hätte ich keinem Film mehr aus Hollywood mehr als 2 von 5 Sternen gegeben!

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